Das unter Denkmalschutz stehende zweigeschossige gotische Gebäude ist eines der ältesten Rathäuser in Mitteldeutschland und geht in seinem Kern bis auf den Anfang des 14. Jahrhunderts zurück. Die erste urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahr 1310 überliefert.

Der Bau des Rathauses erfolgte am Kreuzungspunkt zweier Handelsstraßen.
Das Gebäude präsentiert sich als Werksteinbau. Es ist 25 Meter breit und 17 Meter hoch. Zum Teil ist es verputzt. Die östliche Außenwand des Rathauses steht, dem Verlauf der dort auf den Markt einmündenden Breiten Straße folgend, schräg zum Gebäude. Bedeckt wird das Rathaus von einem steilen Satteldach. Die Fassade des Rathauses ist üppig mit Efeu bewachsen. Charakteristisch für das Erscheinungsbild des Gebäudes sind auch die traditionellen Blumenkästen vor den Fenstern, die ursprünglich dem Anbau von Kräutern zwecks Luftverbesserung in den Amtsstuben dienten.
1615/1616 und von 1898 bis 1901 fanden weitgehende Umbauten statt, die das heutige Erscheinungsbild prägen. So entstand 1615/1616 die noch heute bestehende Fassade. Statt der alten gotischen Spitzbogenfenster wurden die paarweisen rechteckigen Fenster eingefügt. Die Fassade erhielt ursprünglich einen weiß gekalkten Rauputz, die Fenstergewände wurden hiervon durch eine graugrüne Farbgebung mit schmaler schwarzer Umrandung abgesetzt. Der ursprünglich an der westlichen Giebelseite befindliche Eingang wurde auf die zum Markt zeigende Südseite verlegt. An dieser Stelle befand sich bis dahin die Ratsapotheke. Der westliche Zugang blieb jedoch zunächst noch erhalten und wurde erst 1862 vermauert. Zu dem 1616 entstandenen neuen Portal führt eine Freitreppe mit sieben Stufen. Das Portal ist von Säulen gerahmt und verfügt über Sitznischen. Überliefert ist, dass der das Portal ausführende Steinmetz mit 42 Talern und 18 Groschen bezahlt wurde. Im Aufsatz oberhalb des Portals befindet sich als Brustschild eines schwarzen Reichsadlers das Quedlinburger Stadtwappen und krönend Abundantia, die römische Göttin des Überflusses. Die Figur der Abundantia wurde für 22 Taler vom Bildhauer Georg Stier geschaffen. Links des Portals wurde 1922 eine Tafel zur Erinnerung an die erste urkundliche Erwähnung der Stadt im Jahr 922 durch Heinrich I. angebracht.
Vom Ende des 14. Jahrhunderts stammt ein zweigeschossiger Archivturm mit sechseckigem Grundriss an der Südwestseite des Rathauses. Der mit einem Zeltdach bekrönte Turm ist mit gekuppeltem Blendmaßwerk verziert. Erstmals erwähnt wurde der Turm 1460. In seinem Obergeschoss befand sich der geheime Schatzraum. Aufgrund einer ungewöhnlich gewölbten Decke wird dieser Raum als Kesselbudde bezeichnet. Eine im 16. Jahrhundert noch am Turm befestigte Sonnenuhr ist nicht erhalten. Ursprünglich war der Turm farbig gestaltet. Die Fensterleibungen waren rot, die Spiegel der Maßwerkfelder weiß und einige Rauten grau. Noch bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts war auf der Südseite des Rathauses ein ursprünglich als Pranger genutztes Halseisen vorhanden.
Neben den üblichen Amtsgeschäften diente das Rathaus auch als Ort für gesellschaftliche Veranstaltungen. 1583 war das Rathaus Ort eines theologischen Streitgesprächs zwischen von mehreren Landesfürsten nach Quedlinburg entsandten Theologen.
Für das Jahr 1645 ist die Zurschaustellung eines ägyptischen Löwen überliefert. Die Tagungen des Rates fanden ab 1588 dreimal wöchentlich statt und wurden von der Ratsglocke des Kirchturms der etwas weiter nördlich gelegenen Sankt-Benedikti-Kirche verkündet.
1899 bis 1901 erfolgte eine wesentliche Erweiterung. Hierbei entstanden die Anbauten auf der Rückseite des Rathauses, wobei jedoch Teile des alten Fachwerks wieder eingesetzt wurden. Man errichtete ein großes Treppenhaus sowie den Ost- und den Westflügel des Gebäudes. Für diesen Neubau riss man das älteste erhaltengebliebene Haus der Stadt Hoken 7 ab. Die Entwürfe für den Erweiterungsbau stammten von Stadtbaurat Laumer. Im Ziergiebel des Anbaus zur Breiten Straße sind Porträts der Bauherren eingefügt. Die Grundsteinlegung für diesen nach Norden ausgerichteten Erweiterungsbau war am 28. Juni 1899, die Einweihung am 30. Mai 1901 erfolgt.
In der Zeit des Nationalsozialismus diente der Bereich vor dem Rathaus bei den auf Heinrich I. verweisenden Heinrichs-Feiern als Kulisse für die nationalsozialistische Propaganda, bei der auch Heinrich Himmler und der Gauleiter Rudolf Jordan anwesend waren.

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